Jenseits des Holodecks: Ein immersiver Besprechungsraum mit mehreren Oberflächen
Wie das Jan-Snel-Erlebniszentrum Panorama-Projektion, interaktive Inhalte und gemeinsames Geschichtenerzählen miteinander verbindet
Ein Raum für persönliche Treffen sollte mehr bieten als nur einen größeren Bildschirm.
Das Jan Snel Experience Center zeigt, wie Panorama-Projektionen und interaktive Inhalte einen Präsentationsraum in eine gemeinsame visuelle Umgebung verwandeln können. Projektionen an den umgebenden Wänden schaffen den übergeordneten Kontext, während ein interaktiver Tisch es den Besuchern ermöglicht, bestimmte Themen zu erkunden und den Verlauf der Präsentation mitzugestalten.
Das Ergebnis ist nicht einfach nur ein beeindruckendes Display. Es ist ein Raum, der ganz auf die Kommunikation in der Gruppe ausgelegt ist.
Eine Unternehmensgeschichte in ein räumliches Erlebnis verwandeln
Jan Snel ist auf modulares und nachhaltiges Bauen spezialisiert. Das Experience Center wurde ins Leben gerufen, um seine Projekte und Arbeitsweisen auf ansprechende und verständliche Weise zu präsentieren.
WT Interactive, In Zusammenarbeit mit Ruben van Esterik entwickelte er eine Präsentationsumgebung, die eine raumfüllende Projektion mit einem speziell angefertigten interaktiven Tisch kombinierte. Auch physische Objekte konnten zur Steuerung der Präsentation genutzt werden, wodurch digitale Inhalte mit den Personen und Gegenständen im Raum verknüpft wurden.
Anstatt sich eine herkömmliche Diashow anzusehen, wurden die Besucher in die visuelle Geschichte des Unternehmens eintauchen.
Ein Raum, zwei visuelle Funktionen
Für die Installation wurden sechs Projektoren verwendet.
Vier Projektoren erzeugten ein durchgehendes Bild über drei umgebende Wände hinweg. Zwei weitere Projektoren versorgten den interaktiven Tisch in der Mitte des Raums. Die GeoBox-Serien „Edge Blending“ und „Warping“ übernahmen die Geometriekorrektur und das Edge Blending, die zur Ausrichtung der Projektorbilder erforderlich waren.
Sehen Sie sich die Referenzarchitektur an: U-förmiger Raum mit 4 Projektoren
Obwohl die Wände und der Tisch Teil derselben Erfahrung waren, erfüllten sie unterschiedliche Zwecke.
Die umgebenden Wände schufen einen gemeinsamen Kontext. Auf ihnen konnten Projekte, Standorte, Prozesse oder Markengeschichten in einer Größe präsentiert werden, die für alle Anwesenden im Raum sichtbar war.
Der interaktive Tisch ermöglichte eine gezieltere Erkundung. Die Besucher konnten sich darum versammeln, Themen auswählen und bestimmte Informationen genauer betrachten, ohne dabei den größeren visuellen Zusammenhang aus den Augen zu verlieren.
Dadurch entstand eine klare Informationsstruktur:
- Die Wände prägten das gesamte Ambiente;
- In der Tabelle wurde das untersuchte Thema dargestellt;
- Die Interaktion bestimmte, wie sich die Präsentation entwickelte.
Von immersiven Projektionen bis hin zu Erlebnissen mit mehreren Quellen
Viele immersive Räume sind in erster Linie darauf ausgelegt, ein Video über mehrere Wände hinweg darzustellen. Das kann zwar eine beeindruckende Wirkung erzielen, verbessert aber nicht unbedingt die Kommunikation.
Die Installation von Jan Snel veranschaulicht einen eher praktischen Ansatz. Verschiedene Oberflächen können innerhalb desselben Raums unterschiedliche visuelle Funktionen erfüllen.
Eine Oberfläche kann Orientierung oder Atmosphäre vermitteln, während eine andere detaillierte Informationen, interaktive Bedienelemente oder Begleitmaterial bereitstellt. Inhalte müssen nicht überall doppelt vorhanden sein, und nicht jede Quelle muss den gesamten Raum einnehmen.
Dies ist die Grundlage für ein immersives visuelles Erlebnis aus mehreren Quellen: die Entscheidung, welche Informationen auf welche Oberfläche gehören und wie diese Oberflächen miteinander interagieren sollen.
Weiterlesen: Entwicklung gemeinsamer immersiver visueller Umgebungen
Die Rolle von GeoBox
Das interaktive System steuert die Darstellung und das Benutzererlebnis. Die Projektoren erzeugen die physischen Bilder. GeoBox verwaltet, wie diese Bilder auf die Anzeigeflächen angepasst werden.
Bei dieser Installation mussten mehrere Projektionsbilder an den umgebenden Wänden so ausgerichtet und ineinander überblendet werden, dass ein zusammenhängendes Sichtfeld entstand. Für die Tischprojektion war eine separate Geometrieeinstellung für eine horizontale Fläche erforderlich.
Die Trennung der Darstellungsverarbeitung von der Inhaltsanwendung sorgt für eine übersichtlichere Systemstruktur:
- Das Content-System generiert und steuert die Darstellung;
- GeoBox verwaltet die Bildgeometrie und die Projektorüberlappung;
- Die Projektoren geben die bearbeiteten Bilder wieder.
Sobald die Geometrie konfiguriert ist, können die Präsentationsinhalte geändert werden, ohne dass die Projektorausrichtung neu vorgenommen werden muss.
Dies ist besonders wertvoll in permanenten Erlebniszentren, in denen das System stabil bleiben muss, während sich die Inhalte ständig weiterentwickeln.
Vom Raum des Geschichtenerzählens zum Raum der Entscheidungsfindung
Die ursprüngliche Anwendung konzentrierte sich auf das Brand Storytelling, doch das gleiche Konzept lässt sich auch auf Besprechungsräume von Unternehmen, Design-Reviews, Kontrollumgebungen und kollaborative Arbeitsbereiche anwenden.
Auf den umgebenden Wänden können eine gemeinsame Projektumgebung, Live-Daten, Remote-Teilnehmer oder eine immersive Bildsequenz angezeigt werden. Gleichzeitig können auf einem Tisch oder einem zweiten Bildschirm Dokumente, Vergleichsansichten, Bedienoberflächen oder detaillierte Informationen dargestellt werden.
Der Raum kann daher zwischen verschiedenen Modi wechseln:
- Präsentation im gesamten Raum;
- geführtes interaktives Geschichtenerzählen;
- Diskussion unter Einbeziehung verschiedener Quellen;
- gemeinsame Überprüfung;
- Gruppenentscheidungsfindung.
Immersion ist nicht das Endziel. Sie ist eine Methode, um Menschen dabei zu helfen, Informationen zu verstehen, einen gemeinsamen Kontext aufrechtzuerhalten und effektiver zusammenzuarbeiten.
Das Jan-Snel-Erlebniszentrum veranschaulicht diesen Wandel deutlich. Was früher einfach als “Holodeck” bezeichnet wurde, lässt sich genauer als eine visuelle Umgebung mit mehreren Oberflächen beschreiben, in der Architektur, Inhalte, Interaktion und Bildverarbeitung zusammenwirken.