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Ein Ort, vielfältige Geschäftsmodelle: Die Idee hinter der Immersive Sports Bar

Der Hintergrund 

Wie Eloy González ein Sport-Hospitality-Konzept entwickelte, bei dem Kundenerlebnis, inhaltliche Flexibilität und vielfältige Betriebsszenarien im Mittelpunkt stehen 

Die Menschen wollen nach wie vor gemeinsam Sport schauen. Was sich geändert hat, sind die Maßstäbe, an denen ein Veranstaltungsort gemessen wird. Große Fernseher sind zu Hause gang und gäbe, und die meisten großen Sportereignisse kann man verfolgen, ohne das Wohnzimmer zu verlassen.

Für Eloy González ging es daher nicht darum, eine weitere Bar mit noch mehr Bildschirmen zu eröffnen. Vielmehr wollte er ein Erlebnis schaffen, das sich zu Hause nicht nachahmen lässt – ganz gleich, wie groß der Fernseher auch sein mag.

Aus dieser Idee entstand die „Immersive Sports Bar“, ein Gastronomiekonzept, das von Barraco Partners S.L. auf den Kanarischen Inseln entwickelt wurde —  

📍Immersive Sports Bar – Sportkneipe & Bar

Der Veranstaltungsort nutzt sechs BenQ-Laserprojektoren mit extrem kurzer Projektionsdistanz, um eine raumfüllende visuelle Umgebung zu schaffen. Doch das Projekt wurde nicht durch die Anzahl der Projektoren bestimmt. Es wurde vielmehr durch die unterschiedlichen Vorstellungen geprägt, die Eloy hinsichtlich der Betriebsweise des Unternehmens hatte.

Er wollte mehr als nur ein Anzeigeszenario, aber:

  • eine einzige, nahtlos ineinandergreifende Plattform für große Sportveranstaltungen
  • mehrere Quellen, die am selben Ort gezeigt werden
  • unterschiedliche Darstellungsformate für verschiedene Wände oder Bereiche
  • nahtlose Übergänge zwischen den einzelnen Szenen
  • private Veranstaltungen, Sponsorenaktivitäten und thematische Nutzung außerhalb von Großveranstaltungen

Die Technologie wurde unter Berücksichtigung dieser betrieblichen Anforderungen ausgewählt.

Ein Grund, das Wohnzimmer zu verlassen

Eloys Ausgangsüberlegung war einfach: Die Menschen schauen gerne gemeinsam Sport, doch die traditionelle Sportbar hat sich kaum verändert.

Der Bildschirm mag zwar größer und das Bild schärfer sein, doch das Publikum sitzt in der Regel immer noch vor einer Reihe von Bildschirmen.

Die „Immersive Sports Bar“ sollte diese Beziehung verändern.

“Ich wollte etwas schaffen, das man zu Hause nicht nachmachen kann, ganz gleich, wie groß der Fernseher ist, den man besitzt.”

Anstatt die Kunden dazu aufzufordern, ihre Aufmerksamkeit auf einen einzigen Bildschirm zu richten, stellt das Konzept das Geschehen in den Mittelpunkt. Der Raum wird Teil des Erlebnisses.

Das Ziel bestand nicht nur darin, die Bildgröße zu vergrößern. Vielmehr ging es darum, schon beim Betreten des Raums für Begeisterung zu sorgen, die emotionale Bindung an die Veranstaltung zu stärken und die Menschen dazu anzuregen, das Spiel gemeinsam zu erleben.

Für Gastronomen ist dieser Unterschied von Bedeutung.

Ein Lokal konkurriert nicht mehr nur mit anderen Bars. Es steht auch im Wettbewerb mit dem Komfort, der Bequemlichkeit und der Bildqualität, die man zu Hause genießen kann.

Der kommerzielle Wert muss daher aus etwas anderem resultieren: Atmosphäre, gemeinsame Aufmerksamkeit, soziale Interaktion und das Gefühl, dass ein wichtiges Spiel zu einem besonderen Ereignis geworden ist.

Warum die Kanarischen Inseln den richtigen Markt geschaffen haben

Die Kanarischen Inseln boten ein geeignetes Publikum für ein solches Konzept.

Die Region verzeichnet zahlreiche Besucher aus dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Skandinavien und anderen europäischen Ländern. Viele reisen anlässlich großer Sportveranstaltungen an und möchten auch dort die Mannschaften, Fahrer, Athleten und Wettbewerbe verfolgen, denen sie die Daumen drücken.

Gleichzeitig war der Veranstaltungsort nicht ausschließlich für Touristen konzipiert.

Eloy wollte außerdem Anwohner, Freundesgruppen, Sportbegeisterte, private Veranstaltungen, Firmenveranstaltungen sowie Fans verschiedener Sportarten anziehen.

Fußball steht im Mittelpunkt, doch das potenzielle Angebot umfasst auch die Formel 1, Boxen, Rugby und andere Veranstaltungen mit ihrem jeweiligen Publikum und ihren eigenen Terminplänen.

Dadurch entsteht ein abwechslungsreicheres Arbeitsumfeld.

Verschiedene Nationen verfolgen unterschiedliche Wettkämpfe. Die verschiedenen Sportarten finden an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten statt. Außerhalb der großen Live-Übertragungen kann die Veranstaltungsstätte für private Feiern und Themenveranstaltungen genutzt werden.

Die Geschäftsmöglichkeit beruhte daher nicht auf einer bestimmten Zielgruppe oder einer bestimmten Art von Spiel. Sie beruhte auf die Möglichkeit, den Raum an verschiedene Gruppen und Anlässe anzupassen.

Das Erlebnis wurde zum Produkt

Eloy wollte, dass die Gäste schon beim Betreten des Veranstaltungsortes das Gefühl hatten, die Veranstaltung habe bereits begonnen.

Bildmaterial vor dem Spiel könnte die Vorfreude steigern. Stadionkulissen und themenbezogene Inhalte könnten für Stimmung sorgen, bevor die Live-Übertragung in den Mittelpunkt rückt. Während des Spiels könnte das Projektionssystem den gesamten Raum auf ein gemeinsames Ereignis ausrichten.

Das Ziel bestand nicht darin, ein Stadion eins zu eins nachzubilden. Vielmehr ging es darum, einige der emotionalen und sozialen Aspekte des Live-Sports in eine Gastronomieumgebung zu übertragen.

“Die Gäste werden Teil der Atmosphäre und sind keine passiven Zuschauer mehr.”

Eloys Beobachtungen zufolge verbringen die Gäste tendenziell mehr Zeit in der Bar, tauschen sich intensiver miteinander aus und nehmen aktiver an der Atmosphäre teil. Die visuelle Wirkung regt die Menschen zudem dazu an, Fotos und Videos zu machen. Diese Momente werden oft geteilt, wodurch die Reichweite des Erlebnisses über den Veranstaltungsort hinaus erweitert wird.

Es handelt sich hierbei eher um Beobachtungen aus erster Hand als um quantifizierte Geschäftsergebnisse. Es wurde kein prozentualer Anstieg der Verweildauer, der Ausgaben oder der Reichweite in den sozialen Medien festgestellt. Dennoch sind diese Beobachtungen aussagekräftig, da sie darauf hindeuten, dass nicht nur die visuelle Qualität, sondern auch die visuelle Umgebung das Kundenverhalten beeinflussen kann.

Für einen Betreiber ist dies die wichtigere Frage: Verändert die Technologie die Art und Weise, wie Kunden den Raum nutzen?

Inhalte als operatives Instrument

Live-Sport bleibt zwar das Herzstück des Konzepts, doch die Content-Strategie geht über die Live-Übertragung hinaus.

Vor dem Spiel

Bildmaterial vor dem Spiel, die Stadionatmosphäre und themenbezogene Inhalte können die Vorfreude steigern und den Kunden einen Grund geben, schon vor Beginn der Veranstaltung zu kommen.

Während des Spiels

Bei Großveranstaltungen kann der gesamte Saal als eine einzige immersive Leinwand fungieren, wodurch die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf einen einzigen Wettkampf gelenkt wird.

Außerhalb der großen Spiele

Dieselbe Umgebung kann Folgendes unterstützen:

  • Atmosphärische Bilder
  • private Veranstaltungen
  • Sponsorenaktivität
  • Themenabende
  • unterschiedliche Inhalte an ausgewählten Wänden
  • mehrere Sportübertragungen gleichzeitig

Inhalte werden daher nicht nur als etwas betrachtet, das man präsentiert. Sie werden zu einem Instrument, um die Arbeitsweise des Veranstaltungsortes zu verändern.

Ein Standort, verschiedene Geschäftsmodelle

Die Flexibilität der Inhalte war einer der wichtigsten Punkte in Eloys Auftrag. Die „Immersive Sports Bar“ sollte nicht nur als festes Panorama mit sechs Projektoren betrieben werden. Der Veranstaltungsort musste von Anfang an verschiedene Szenarien unterstützen.

Vollständiger Immersionsmodus

Eine Quelle wird über die gesamte Fläche der Sechs-Projektor-Anlage hinweg als eine durchgehende Leinwand dargestellt. Dieser Modus ist für Veranstaltungen gedacht, bei denen der gesamte Raum einen gemeinsamen Fokus hat.

Flexibler Multi-Content-Modus

Innerhalb derselben Umgebung können verschiedene Quellen angeordnet werden, sodass ausgewählte Wände oder Bildbereiche unterschiedliche Inhalte anzeigen können.

Der Unterschied ist sowohl kommerzieller als auch visueller Natur. Ein fest installiertes Immersionssystem dient in erster Linie einem einzigen Zweck. Eine flexible Umgebung ermöglicht es hingegen, denselben physischen Raum für verschiedene Arten von geschäftlichen Aktivitäten zu nutzen.

Wie der Business Brief die Systemarchitektur definierte

Als die betrieblichen Anforderungen von Eloy in ein technisches Lastenheft umgesetzt wurden, musste das System Folgendes unterstützen:

  • Wiedergabe mit vollem Eintauchen
  • mehrere Quellen
  • verschiedene Anzeigeformate
  • Mehrfachansichten
  • nahtlose Szenenwechsel
  • Geometrie und Überblendung bei sechs Projektoren

GeoBox schlug daher einen G901-Frontend-Prozessor in Verbindung mit zwei M813-Multiprojektor-Prozessoren als eine integrierte Architektur vor.

Der G901 verwaltet die Inhaltsseite des Systems:

  • Quellenauswahl
  • Mehrfachansicht
  • Szenengestaltung
  • nahtloses Umschalten

Die beiden M813-Prozessoren steuern die Projektorseite:

  • sechs Ausgangskanäle
  • Bildzuordnung
  • Geometriekorrektur
  • Schären
  • Überlappung
  • Kantenmischung

Der G901 steuert, was das Publikum sieht und wie die Bildquellen angeordnet sind. Die beiden M813-Prozessoren steuern, wie diese Szene auf die sechs Projektoren verteilt wird. Die Architektur orientierte sich an den geschäftlichen Anforderungen.

Die Idee in einen realen Raum verwandeln

In der Veranstaltungsstätte kommen sechs BenQ-Laserprojektoren mit extrem kurzer Projektionsdistanz zum Einsatz.

Die UST-Projektion erfüllte eine praktische Anforderung: eine große Bildabdeckung bei geringem Aufstellabstand. Dies ist wichtig, wenn die Aufstellmöglichkeiten für den Projektor begrenzt sind oder wenn das System das Risiko minimieren muss, dass Personen Schatten auf das Bild werfen.

Der schwierigere Teil war die Kalibrierung.

Die UST-Projektion reagiert sehr empfindlich auf Unebenheiten der Wandoberfläche. Selbst geringfügige Abweichungen in der Ebenheit können zu sichtbaren lokalen Verzerrungen führen, insbesondere an den Bildrändern.

In einem Edge-Blending-System mit sechs Projektoren müssen diese Kanten mit den Überlappungsbereichen benachbarter Bilder übereinstimmen.

Das Endergebnis hing daher stark von der Arbeit vor Ort ab, die Alexis und das Team von Grupo Visual Canarias mit Unterstützung von imaginArt leisteten.

Zu ihren Beiträgen gehörten:

  • Aufstellung des Projektors
  • Geometrieausrichtung
  • Überlappungsabgleich
  • Bewertung lokaler wandbedingter Verzerrungen
  • praktische Übergabe des fertiggestellten Systems

GeoBox stellte die Anpassungswerkzeuge zur Verfügung, doch die Entscheidung, wie diese Werkzeuge eingesetzt wurden, lag im Ermessen der Ingenieure.

Für einen anderen Veranstaltungsortbetreiber ist dies eine wichtige Erkenntnis: Die Auswahl der Technik ist nur ein Teil des Projekts. Das Integrationsteam muss auch die angestrebte Kundenerfahrung und die verschiedenen Betriebsmodi des Veranstaltungsortes verstehen.

Was andere Veranstaltungsortbetreiber daraus lernen können

Immersive Sports Bar will damit nicht sagen, dass jede Gaststätte sechs Projektoren installieren sollte. 

Die allgemeine Erkenntnis, die sich daraus ableiten lässt, ist nützlicher:

  • Legen Sie zunächst die Anwendungsszenarien fest: 

Bevor Sie sich für eine Technologie entscheiden, sollten Sie festlegen, wie der Veranstaltungsort bei Großveranstaltungen, in ruhigeren Zeiten, bei privaten Anlässen und bei Veranstaltungen mit gemischter Programmgestaltung genutzt werden soll.

  • Planen Sie nicht nur für den Höhepunkt der Veranstaltung

Ein System, das ausschließlich für das größte Spiel ausgelegt ist, bleibt möglicherweise während der restlichen Woche ungenutzt.

  • Betrachten Sie die Flexibilität bei Inhalten als geschäftliche Anforderung

Verschiedene Inhaltsformate können unterschiedliche Zielgruppen, Veranstaltungen und Umsatzmöglichkeiten ansprechen.

  • Die Technologie muss dem Betriebsmodell dienen

Das Anzeigesystem sollte die Arbeitsweise des Unternehmens unterstützen, anstatt es in ein festes technisches Format zu zwingen.

Von einer visuellen Installation zu einem Gastronomiekonzept

Eloy sieht weiteres Potenzial für immersives Entertainment im Gastgewerbe, darunter: zusätzliche Standorte, private Veranstaltungen, Premium-Sporterlebnisse, neue Inhaltsformate sowie weitere Kombinationen aus Live-Sport und immersiven Umgebungen.

Allgemeiner ausgedrückt ist er der Ansicht, dass Kunden zunehmend nach Erlebnissen statt nach Produkten suchen.

Die „Immersive Sports Bar“ ist ein Beispiel dafür, wie Technologie dazu beitragen kann, dass ein traditioneller Gastronomiebetrieb zu einem beliebten Ausflugsziel wird.

Das Projekt wurde nicht auf eine bestimmte Projektorkonfiguration ausgerichtet. Es wurde vielmehr auf die verschiedenen Betriebsmodi zugeschnitten, die Eloy für den Veranstaltungsort vorgesehen hatte.

Sechs BenQ-UST-Projektoren sorgten für die visuelle Gestaltung. Ein GeoBox G901 und zwei M813-Prozessoren unterstützten die erforderlichen Inhalte und Anzeigemodi. Alexis, Grupo Visual Canarias und imaginArt setzten das Konzept in einen funktionsfähigen physischen Raum um.

Das Ergebnis ist nicht einfach nur eine Sportbar mit einem größeren Image. Es handelt sich um einen Veranstaltungsort, der für verschiedene Geschäftsmodelle ausgelegt ist.

Projektrollen

  • Konzept und Veranstaltungsort: Eloy González / Immersive Sports Bar
  • Systemintegration und -installation: Alexis / Grupo Visual Canarias
  • Technischer Support: imaginArt
  • Projektion: Sechs BenQ-UST-Laserprojektoren
  • Frontend-Verarbeitung: GeoBox G901
  • Verarbeitung mehrerer Projektoren: Zwei GeoBox M813-Prozessoren

Technischer Leitfaden

Eine ausführliche Erläuterung der Signalkette, der Multi-View-Verarbeitung, des Six-Projector-Mappings und der Geometriekalibrierung vor Ort finden Sie hier:

Von einer Leinwand zu mehreren Szenen: Die Systemarchitektur hinter der immersiven Sportbar