Ein beeindruckendes Yoga-Studio mit sechs Projektoren gestalten
Drei Wände zu einem zusammenhängenden visuellen Raum verschmelzen lassen
MY Ginger Yoga in Paris wollte etwas bieten, das über das herkömmliche Studioerlebnis hinausgeht. Anstatt vor schlichten Wänden zu üben, konnten die Teilnehmer von wechselnden visuellen Umgebungen umgeben sein, die vom Kursleiter passend zu jeder Einheit ausgewählt wurden.
Die Herausforderung bestand nicht einfach darin, mehr Projektoren zu installieren. Sechs projizierte Bilder mussten über drei Wände hinweg aufeinander abgestimmt und als ein einheitlicher visueller Raum präsentiert werden, wobei der tägliche Betrieb so einfach gehalten werden sollte, dass die Dozenten ihn ohne technische Unterstützung nutzen konnten.
MatrixWorks Europe unterstützte den Systemintegrator Eurosono bei der Entwicklung des Projektionssystems.
Das System
Die Installation umfasste:
- Sechs BenQ-Laserprojektoren mit extrem kurzer Projektionsdistanz
- Zwei 4K-Mediaplayer
- Zwei dreikanalige GeoBox M803-Prozessoren
- Eine auf dem iPad basierende Bedienoberfläche
- Projektion auf drei Wände des Ateliers
Jeder M803 bot drei unabhängig voneinander einstellbare Ausgangskanäle. Zusammen versorgten die beiden Prozessoren die für den Raum erforderlichen sechs Projektorsignale.
Zum Zeitpunkt des Projekts war das Modell M803 im Einsatz. Inzwischen wurde es durch die GeoBox M813 abgelöst.
Aus sechs Projektoren ein Bild erzeugen
Die Inhalte der beiden 4K-Mediaplayer wurden von den GeoBox-Prozessoren aufgeteilt und an die entsprechenden Projektoren weitergeleitet. Jeder Ausgang konnte anschließend unabhängig angepasst werden, um ihn an die tatsächliche Projektionsfläche anzupassen.
Der Aufbau erfolgte gemäß dem üblichen Arbeitsablauf für einen immersiven Raum mit mehreren Projektoren:
- Die Projektionsfläche definieren
Der erforderliche Bildbereich und die Überlappung zwischen benachbarten Projektoren wurden entsprechend den Abmessungen der drei Wände festgelegt. - Die Ausgangsbilder zuschneiden und verteilen
Jede GeoBox-Ausgabe erfasste den entsprechenden Ausschnitt der größeren Quellfläche und leitete ihn an den richtigen Projektor weiter. - Geometrie ausrichten
Zur Positionierung der projizierten Bilder und zur Korrektur der Geometrie an den Rändern und in den Ecken des Raums wurden Rastermuster verwendet. - Überlappungsbereiche festlegen
Die Bildabschnitte wurden so angepasst, dass die Inhalte an den Übergängen zwischen den beiden Projektorbildern korrekt ausgerichtet blieben. - Die projizierten Bilder überblenden
Helligkeit und Gamma wurden in den Überlappungsbereichen feinabgestimmt, um sichtbare Übergänge zwischen den Projektoren zu reduzieren.
Nach der Inbetriebnahme blieben diese Einstellungen für Geometrie, Zuschneiden und Überblenden in den GeoBox-Prozessoren gespeichert.
Trennung der Wiedergabe von Inhalten von der Ausrichtung der Anzeige
Die Medienplayer waren für die Speicherung und Wiedergabe der visuellen Inhalte zuständig. Die GeoBox-Prozessoren übernahmen die festen Aufgaben auf der Anzeigeseite: die Bildverteilung, die Geometriekorrektur und die Überblendung der Projektorausgänge.
Diese Trennung war für die Zuverlässigkeit im Alltag von großer Bedeutung. Neue visuelle Umgebungen mussten vor der Wiedergabe nicht mehr speziell für jeden einzelnen Projektor vorab verzerrt werden. Die Medienplayer konnten die Inhaltsfläche bereitstellen, während die installierte GeoBox-Konfiguration diese an den Raum anpasste.
Bei der Inbetriebnahme konnte bei Bedarf ein Computer verwendet werden, doch im Normalbetrieb war keine ständig laufende, PC-basierte Ausrichtungssoftware erforderlich. Die Ausrichtung des Raums hing daher nicht davon ab, dass bei jedem Unterrichtsbeginn eine bestimmte Anwendung einwandfrei lief.
Einfache Bedienung für Kursleiter
Der Kursleiter konnte über die iPad-Benutzeroberfläche eine immersive Umgebung auswählen, ohne auf die Einstellungen des Projektors oder des Prozessors zugreifen zu müssen.
Dadurch wurden zwei sehr unterschiedliche Aufgaben voneinander getrennt:
- Der Kursleiter sorgte für eine der Unterrichtsstunde angemessene Atmosphäre.
- Das installierte System sorgte für die technische Ausrichtung der sechs projizierten Bilder.
Zusammen mit Laserprojektoren entstand so ein System, das für den täglichen Dauereinsatz mit nur geringem Einstellungsaufwand ausgelegt ist.
Von der Projektionstechnik zum Teil des Erlebnisses
Bei diesem Projekt sollte die Technologie nicht im Mittelpunkt stehen. Ihre Aufgabe bestand darin, die projizierte Umgebung so nahtlos wirken zu lassen, dass sich die Teilnehmer auf die Sitzung konzentrieren konnten und nicht auf sechs separate Projektionsbilder.
Das Ergebnis war ein immersives Yoga-Studio mit drei Wänden, in dem sich die Kursleiter zwischen verschiedenen visuellen Umgebungen bewegen konnten, während die zugrunde liegende Projektionsgeometrie unverändert blieb.